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Ritual | Mindset

Achtsamkeit

Elisabeth Naschberger-Mauracher
Elisabeth Naschberger-Mauracher01.04.2025
Achtsamkeit ist eine natürliche menschliche Fähigkeit, die wir besitzen und durch Übungen stärken können.

Achtsamkeit ist eine natürliche menschliche Fähigkeit, die wir besitzen und durch Übungen stärken können. Achtsamkeit üben bedeutet präsent zu sein, wach und bewusst in Kontakt mit der gegenwärtigen Erfahrung, von Moment zu Moment, mit einer nicht wertenden, offenen und annehmenden Haltung.

Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit. Wenn Sie etwas Schmerzvolles berührt, wendet sie es um und heilt es.

– Tich Nhat Hanh

Die Qualitäten der Achtsamkeit

  • Wertfrei – ein stilles, nicht wertendes Gewahrsein
    Beispiel: Ein Kind bestaunt eine Spinne oder ein anderes Insekt vollkommen neugierig und unvoreingenommen.

  • Bewusstes Wahrnehmen – beobachten, spüren was ist (innere und äußere Reize)
    Beispiel: Du bemerkst, dass die Luft beim Einatmen eine andere Qualität hat als beim Ausatmen.

  • Mühelos – ohne Anstrengung
    Beispiel: Der Vogel fliegt bzw. gleitet einfach, es liegt in seiner Natur zu fliegen, dies geschieht vollkommen mühelos.

  • Akzeptieren was ist – die achtsame Geisteshaltung will nichts verändern und betrachtet die Realität wie sie ist
    Beispiel: Du bist gerade in der Meditation und von außen tauchen Geräusche auf. Versuche diese nicht als Störung zu interpretieren, sondern nimm sie als Chance, noch tiefer in die Meditation/Entspannung zu gehen.

  • Im Jetzt sein – gegenwärtig sein, zeitlos
    Beispiel: Du kannst nur mit dem achtsam sein, was jetzt gerade auftaucht. Sobald Du über die Vergangenheit oder Zukunft denkst, bist Du nicht im Jetzt.

  • Intensionslos – Achtsamkeit hat kein Ziel, es ist ein bewusstes Nicht-tun im Tun, ein Handeln ohne Absicht.
    Beispiel: Die buddhistischen Mönche, die ihre Arbeiten ohne ein Ziel zu erreichen, ausführen.

  • Lenkung von Aufmerksamkeit – durch Achtsamkeit lernst Du Deine Aufmerksamkeit bewusst dem zuzuwenden, das Dir gerade guttut und womit Du Dich gerade beschäftigen möchtest.
    Beispiel: Konzentriere Dich für die nächsten Minuten während Du diese Zeilen liest ganz auf Deinen Atem.

  • Wohlwollend & Mitfühlend – Achtsamkeit ist eine wohlwollende Geisteshaltung, dabei bist Du freundlich mit Deinem Atem, Deinen Emotionen oder Schmerzen. Dadurch entstehen Mitgefühl und Freude mit all dem, was im Innen und Außen erscheint.

Was ist Achtsamkeit nicht?

Die unbewusste Geisteshaltung welche in unserem Alltag meist vorherrscht.

Hier identifizieren wir uns mit dem Objekt der Beobachtung. Es ist immer mit einem Wollen oder nicht Wollen verknüpft. Dabei bewertet man, vergleicht, beurteilt und etikettiert das Wahrgenommene. Dieser Zustand hat nichts mit Achtsamkeit zu tun.

Wenn du die Berührung mit der Inneren Stille verlierst, verlierst du den Kontakt mit dir. Wenn du den Kontakt mir dir selbst verlierst, verlierst du dich in der Welt.

– Eckhard Tolle

Praktische Hinweise für das Achtsamkeitstraining

1. Starte den Tag mit Achtsamkeit

Beginne damit sobald Du aufwachst, gerade in der Früh ist der Geist noch klar und frisch.

Nimm die ersten bewussten Atemzüge, versuche alle Handlungen, die Du am Morgen machst, achtsam zu tun (z.B. Duschen, Zähne putzen, Frühstücken). Du wirst sehen, dass der Tag gleich viel leichter und fröhlicher startet.

2. Schaffe Dir Freiraum

Ein paar Minuten reichen schon für die Achtsamkeitspraxis.

Nutze zum Beispiel die Pausen in Deiner Arbeit, die Fahrt zur Arbeitsstelle oder wenn Du mal wieder in der Warteschlange stehst. Gönne Dir aber auch mal eine kleine Auszeit nur für Dich, z.B. ein achtsamer Spaziergang nach einem stressigen Arbeitstag.

3. Lass Dich ganz darauf ein

Mache es zu Deinem Lebensmotto und übe Achtsamkeit jeden Tag ein wenig mehr. Das fängt bei der Ernährung und Bewegung an und beeinflusst darüber hinaus deinen ganzen Lebensstil.

4. Richte Deine Aufmerksamkeit auf das, was dir gut tut

Nutze Deine zunehmende Achtsamkeit, um sensibler darauf zu werden, welche Menschen, Projekte und Tätigkeiten Dir guttun und wende Dich diesen verstärkt zu.

5. Übe Langsamkeit

Versuche so oft es geht Langsamkeit zu üben. Das kann beim Spazieren sein oder beim Essen. Du wirst sehen, dass die Langsamkeit Dir hilft immer mehr in die Achtsamkeit zu kommen.

6. Weniger reden, mehr zuhören

Gewöhne es dir an, Deinem Gegenüber achtsam zuzuhören und nicht gleich das Gehörte zu bewerten oder gar Deinen eigenen Gedanken nachzuhängen. Lerne auch die Redepausen auszuhalten und nimm den Atem als Hilfsmittel. Ein achtsames Gespräch zwischen zwei Menschen ist ein wunderschönes Geschenk für beide.

7. Reflektiere

Schreibe deine Erfahrungen auf und blicke zurück, welche Erfolge Du bereits verbuchen konntest. Vielleicht möchtest Du auch jemanden in deinem Umfeld inspirieren und Deine Erfahrungen mit Achtsamkeit weitergeben.

Das Glück ist ein Schmetterling, sagte der Meister. Jag ihm nach und er entwischt dir. Setz dich hin und er lässt sich auf deiner Schulter nieder. Was soll ich also tun um das Glück zu erlangen?, fragte der Schüler. Du könntest versuchen, dich ganz ruhig hinzusetzen – falls du es wagst.

– Anthony de Mello

In diesem Sinne wage es, setz die Achtsamkeit in Deinem Alltag um und Du wirst sehen, dass Dein Leben um vieles bereichert wird.

Achtsam sein – Achtsam leben.

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