Warmes Wasser am Morgen trinken: Warum es im Ayurveda so wichtig ist


Wasser ist unser Lebenselixier und spielt für unsere Gesundheit eine entscheidende Rolle. Im Ayurveda sind vor allem Temperatur und Menge des Wassers besonders wichtig. Aus ayurvedischer Sicht solltest Du nämlich ausschließlich warmes Wasser trinken. Warum das so ist und welche wunderbaren Effekte warmes Wasser auf Deinen Körper und Geist hat, zeigen wir Dir hier.
Warum trinkt man im Ayurveda warmes Wasser?
Dass Wasser eigentlich warm getrunken werden sollte, ist in der ayurvedischen Medizin schon lange bekannt und wird daher auch seit Jahrhunderten praktiziert. Im Ayurveda wird das Wasser abgekocht und dadurch mit Energie angereichert.
Die Wassermoleküle speichern diese Energie und geben sie dann direkt an unseren Körper weiter, wenn wir das warme Wasser trinken. Durch das Abkochen wird das Wasser zudem gereinigt und verändert seine Struktur. Im Wasser gelöste Stoffe wie Kalk werden dabei kristallisiert und verdampft.
Ama, die Stoffwechselrückstände, die sich im Verdauungstrakt anlegen, können durch warmes Wasser effektiver weggespült werden. Das ist besonders für Deine ayurvedische Morgenroutine eine gute Ergänzung. Die Wärme unterstützt auch Agni, das Verdauungsfeuer, bei seiner Arbeit. Aus ayurvedischer Sicht solltest Du generell nie eiskaltes Wasser trinken, da Du sonst Agni zum Erlöschen bringst.
Der Griff zu warmem statt kaltem Wasser stellt nur eine kleine Veränderung in Deinem Alltag dar, hat aber eine großartige Wirkung auf Dein Wohlbefinden. Wenn Du von nun an warmes oder heißes Wasser trinkst, wirst Du schon bald die positiven Effekte davon spüren.
Welche Wirkung hat es, heißes Wasser zu trinken?
Tagsüber und auch nachts verlieren wir ständig Flüssigkeit. Wenn unser Körper nicht mit ausreichend Trinkwasser versorgt wird, können viele körperliche und geistige Probleme entstehen. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit, Essgelüste und Sodbrennen können beispielsweise allesamt von Flüssigkeitsmangel rühren.
Deinem Körper geht es jedoch wesentlich besser, wenn Du diesen Mangel mit warmem Wasser ausgleichst, anstatt zu kalten Getränken zu greifen.

Die Effekte, die warmes Wasser auf Deinen Körper hat, steigern Dein eigenes Wohlgefühl und machen Dich gesünder und glücklicher.
Mehr Vitalität und Energie durch warmes Wasser am Morgen+
Warmes Wasser kann ein echter Kickstart am Morgen sein, weil es Müdigkeit vertreibt und die Lebensgeister erweckt. Daher empfiehlt es sich, morgens gleich ein Glas heißes Wasser zu trinken, um gesund und fit in den Tag zu starten. Durch seine wärmende und sanfte Wirkung wird auch der Flüssigkeitsverlust in der Nacht wieder ausgeglichen.
Auch bei einer leichten Erkältung ist warmes Wasser ein ayurvedisches Hausmittel, das schleimlösend wirkt. Es kann auch mit Kräutern kombiniert werden, um die gesundheitsfördernde Wirkung zu verstärken.
Strahlende Haut durch mehr Feuchtigkeit +
Du wirst die boostenden Effekte von warmem Wasser aber nicht nur in Deinem Alltag spüren, sondern auch als Vitalitätszeichen an Deinem Körper erkennen. Deine Haut wird strahlender und gesünder und Du wirkst jünger und fitter.
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Heißes Wasser für eine bessere Verdauung und Reinigung+
Wenn der Körper zu wenig oder zu kaltes Wasser bekommt, ist Agni, unser Verdauungsfeuer, nur sehr schwach und kann seine volle Wirkung nicht entfalten. Um kaltes Wasser zu verdauen, muss der Körper außerdem schwerer arbeiten. Wir brauchen ganze 6 Stunden, um kaltes Wasser zu verdauen. Bei abgekochtem, warmem Wasser sind es hingegen nur 1,5 Stunden.
Heißes Wasser regt Agni besonders an und unterstützt es bei der Verdauung. So können auch abgelagerte Giftstoffe leichter abtransportiert werden, was dem Körper angenehme Erholung und Reinigung bringt.
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Ayurvedisches Wasser hilft beim Abnehmen+
Auch beim Abnehmen spielt heißes Wasser Trinken im Ayurveda eine entscheidende Rolle. Denn häufig, wenn wir uns zwischen Mahlzeiten hungrig fühlen, haben wir eigentlich nur Durst. Warmes Wasser senkt das Verlangen nach Zwischenmahlzeiten, denn es wirkt beruhigend und dämpft Hunger, der eigentlich gar keiner ist.
Zudem sorgt heißes Wasser für eine bessere Entgiftung und Fettverbrennung und kann daher vor allem beim Abnehmen zu erfreulichen Resultaten führen.
Beim Ayurveda kommt es jedoch nicht nur auf die Temperatur des Wassers an, sondern auch darauf, wann und in welchen Mengen Du trinkst.
Wie viel Wasser soll man im Ayurveda trinken?
Ausreichend heißes Wasser zu trinken ist im Ayurveda wichtig, um gesund und ausgeglichen zu leben. Was genau nun aber ausreichend ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Konstitutionstyp, Alter, Stresslevel und sogar das Wetter können einen Einfluss darauf haben, wie viel Flüssigkeit Du benötigst.
Wenn Du Deinem Körper etwas wirklich Gutes tun möchtest, versuch doch einmal eine ayurvedische Heißwasserkur. Damit erzielst Du die besten Effekte für Deine Gesundheit und Dein allgemeines Wohlbefinden. Wir zeigen Dir, wie Du dabei am besten vorgehst.

Ayurvedische Heißwasserkur für jeden Dosha-Typ
Eine ayurvedische Heißwasserkur kannst Du mehrmals pro Jahr durchführen. Besonders der Frühling eignet sich dafür, weil sich durch die vielen und häufig schweren Mahlzeiten im Winter viel Ama angesammelt hat. Eine Kur sollte dabei am besten 7–10 Tage dauern.
Für die besten Effekte für Deine Gesundheit empfiehlt das Ayurveda, warmes Wasser morgens zu trinken. So kann Ama besonders gut ausgeschwemmt werden und Du startest gleich vitalisiert in den Tag. Auch in einer reinigenden Panchakarma Kur wird die Heißwasserkur angewendet, um Toxine wirksam auszuleiten.
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Ayurveda Wasser abkochen: So geht es richtig
Die Vorgehensweise ist ganz einfach. Lass Wasser im offenen Kochtopf auf kleiner Flamme etwa 5–20 Minuten kochen. Wie lange hängt von Deinem Dosha-Typ ab:
Vata-Typen sollten es etwa 5 Minuten kochen lassen, bis sich das Volumen um etwa ein Drittel verringert hat.
Pitta-Typen sollten Wasser ca. 15 Minuten abkochen, bis sich die Menge des Wassers halbiert hat.
Kapha-Typen sollten das Wasser am besten mindestens 20 Minuten kochen, bis etwa zwei Drittel verdampft sind.
Fülle es anschließend in eine Thermoskanne oder Karaffe ab und trink den ganzen Tag über alle 30 Minuten einige Schlucke des warmen Wassers. Achte aber darauf, abends nicht zu viel zu trinken, weil sonst Deine Verdauung in der Nacht besonders in Anspruch genommen wird.
Du solltest Dein warmes Wasser immer lieber im Wasserkocher oder Topf abkochen. Heißes Leitungswasser kann – vor allem bei alten Rohren – Schadstoffe (z. B. Kupfer und Blei) enthalten.
Wie heiß und in welchen Mengen Du das Wasser zu Dir nehmen solltest, hängt ganz von Deinem individuellen Konstitutionstyp ab. Wenn Du gewisse Unterschiede der Doshas berücksichtigst, gibst Du Deinem Körper genau das, was ihm am besten tut.
Pitta-Typen: nicht zu heiße Getränke+
Da Du als Pitta von Natur aus eher ein hitziger Typ bist solltest Du möglichst viel trinken. Achte aber darauf, dass Du das Wasser nicht zu heiß trinkst, denn sonst wird Deine Pitta Hitze nur noch mehr verstärkt, was Dir nicht guttut. Trink stattdessen eher lauwarmes Wasser, um Dein feuriges Dosha zu besänftigen. Als besonderen Kick kannst Du es gerne mit Fenchelsamen, Minze oder Gewürznelke anreichern.
Kapha-Typen: weniger Flüssigkeit zuführen+
Kaphas speichern Wasser einfacher und brauchen daher weniger Flüssigkeit als andere Typen. Wenn Du ein Kapha Typ bist, brauchst Du also über den Tag verteilt nicht so viel trinken. Gerade weil Du so viel Wasser speicherst, solltest Du sogar aufpassen, nicht überhydriert zu werden.
Dafür kann das Wasser jedoch ruhig recht heiß sein. Als kleine Geschmacksexplosion kannst Du frischen Ingwer oder Basilikum zu Deinem Getränk hinzugeben.
Vata-Typen: viel und heiß trinken+
Die kühlen Vatas neigen zu Kälte und Trockenheit und benötigen viel warme Flüssigkeit, um sich aufzuwärmen. Vor allem im Winter trocknen Haut und Schleimhäute leicht aus.
Als Vata solltest Du also vor allem heißes Wasser trinken, um Deinen Körper angenehm warm zu halten. Besonders gut tut es Dir, wenn Du noch etwas Öliges wie Ghee dazugibst und das Wasser mit Süßholz aufköcheln lässt.
Generell gilt: achte auf die Bedürfnisse Deines Körpers und trinke das Wasser warm. Ist Dir warmes Wasser allein zu fade? Kein Problem! Mit ein paar Tipps kannst Du Dein ayurvedisches Getränk ein wenig aufpeppen.
Extra-Tipp aus dem Ayurveda: Heißes Wasser mit Zitrone
Besonders gesund ist das warme Wasser, wenn Du es mit ein wenig Zitrone anreicherst. Das ist lecker und erfordert überhaupt nicht viel Aufwand. Für ein Zitronenwasser erwärmst Du einfach ein Glas Wasser und presst den Saft einer halben Zitrone hinein. Achte darauf, dass das Wasser dabei nicht zu heiß ist, um nicht die wichtigen Nährstoffe der Zitrone gleich wieder zu zerstören.

Das Zitronenwasser hilft Dir vor allem am Morgen, Deinen Organismus zu entschlacken und zu säubern, während Du gleichzeitig mit wertvollen Vitaminen versorgt wirst. So bekommst Du gleich in der Früh einen optimalen Gesundheitskick, um gut in den Tag zu starten.
Wie Du siehst, erfordert eine Umstellung auf warmes oder heißes Wasser überhaupt nicht viel, hat aber immense Vorteile für Deine Gesundheit. Ein Zitronenwasser am Morgen verschafft Dir einen optimalen Start in den Tag und kurbelt außerdem Deine Verdauung an. Wenn Du Deine Trinkgewohnheiten an Deinen Dosha Typ anpasst, trägst Du noch mehr dazu bei, Dein Leben angenehmer und vitaler zu gestalten.

Elisabeth Naschberger-Mauracher
Elisabeth Naschberger-Mauracher ist Geschäftsführerin und Ayurveda-Expertin beim European Ayurveda Resort Sonnhof in Thiersee, Tirol. Seit 2019 leitet sie gemeinsam mit ihrem Mann das Ayurveda Resort, das unter anderem mit folgenden Awards ausgezeichnet ist: Global Winner: Detox Programm, Best Medical Spa Award und World Luxury Hotel & Spa Award.


