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Meditation

Meditation lernen: Unser ausführlicher Anfänger-Guide

Elisabeth Naschberger-Mauracher
Elisabeth Naschberger-Mauracher01.04.2025
Mit unserem Anfänger-Guide kann Meditation einfach erlernt werden.

Das Kontemplieren und Entdecken der inneren Welten ist wahrscheinlich fast so alt, wie die Menschheit. Es geht darum, die innere Beschaffenheit der Dinge und so die Einheit zu sich und zum Umfeld zu finden. Und da kein Meister vom Himmel fällt, und schon gar kein Meditations-Meister, kann jeder Meditation lernen. Mit etwas Willenskraft und Durchhaltevermögen machst Du Deine Meditationspraxis zur Routine und findest so das Gleichgewicht mit Deinem Inneren und Deinem Umfeld.

Was bedeutet es zu meditieren?

Der westliche Begriff "Meditation" leitet sich von lat. meditārī (dt. ‚über etw. nachdenken, nachsinnen, sich auf etw. vorbereiten’) ab. Ähnliche Praktiken wurden in den verschiedensten Kulturkreisen unabhängig voneinander entwickelt. So gibt es zum Beispiel alte europäisch-christliche genauso wie fernöstliche Meditationstechniken.

Meditation ist ein Zustand jenseits des Denkens.

(Osho (142008). Das Orangene Buch: Die Osho Meditationen für das 21. Jahrhundert. Köln: Innenwelten Verlag.)

Im Wesentlichen geht es bei jeder Meditationsrichtung darum zur Ruhe zu kommen, Ballast abzuwerfen und das zu entdecken, was unter dem Ballast liegt. Im besten Fall entdeckt man dort die Verbindung zu sich selbst und der Umwelt und die Erkenntnis, dass alles eine Einheit bildet. Besonders das Hetzen von einem Termin zum Nächsten und die heutigen Informationsfluten können solchen Ballast darstellen.

Beim Meditieren geht es darum, zur Ruhe zu kommen und Ballast abzuwerfen.
Beim Meditieren geht es darum, zur Ruhe zu kommen und Ballast abzuwerfen.

Deine erste Meditationsübung

Meditieren ist wirklich ganz einfach, man darf nur nicht zu viel erwarten.

  • Such Dir einen Platz aus, der für Dich geeignet erscheint, um zur Ruhe zu kommen. Es sollte sauber und ordentlich sein, keine störenden Geräusche geben, nicht zu kalt oder zu warm sein und allgemein eine schöne Atmosphäre herrschen.

  • Nimm Dir ein Kissen, eine Decke, einen Sitzpolster oder einfach einen Stuhl und mach es Dir bequem. Deine Beine sollten nicht einschlafen, es sollte nichts weh tun, die Wirbelsäule sollte gerade ausgerichtet sein und der Kopf nach oben streben. Verkrampfe nicht und finde eine entspannte Position, in der Du Dir vorstellen kannst, mehrere Minuten lang verharren zu können.

  • Stell Dir einen Wecker auf 10 Minuten. Du kannst es zu Beginn auch mit 5 Minuten versuchen. Das ist ganz egal. Meditation hat nichts mit Zwang oder Erfolgsdruck zu tun. Was auch immer Du schaffst, ist gut. Was Du nicht schaffst, ist auch gut.

  • Nun atmest Du tief in die Bauchgegend. Beobachte nur den Atem und wie er durch Deinen Körper fließt. Spürst Du ihn an den Nasenflügeln oder an den Lippen?

  • Wenn Gedanken kommen, lass sie einfach vorbeiziehen. Stell Dir vor, Du würdest ein uninteressantes Fernsehprogramm denken, das Du ohnehin nicht sehen möchtest und zappe einfach weiter. Das einzige Fernsehprogramm, das Dich nun interessiert, ist Dein Atem.

Die passende Meditation finden und lernen

Wie bereits erwähnt, haben sich im Laufe der Zeit verschiedenste Meditationstechniken entwickelt, die jeweils unterschiedliche Wege zur Ruhe und zur Einheit gehen. Einige davon möchten wir Dir in aller Kürze beschreiben, denn wenn man einmal eine erste Idee bekommt, fällt die Wahl auf die Lieblingstechnik hinterher leichter.

Meditationen mit Fokus auf Stille, Achtsamkeit und Einsicht

Dieser Zweig der Meditation ist jener, der am ehesten bekannt ist. Hierbei geht es im Großen und Ganzen darum, erstmal Ballast abzuwerfen und zwar indem man die Reize bewusst weglässt. Gedanken werden gehen gelassen und so der Geist und auch der Körper von allen Bewegungen ‚abgespeckt‘, die ihn belasten könnten.

Buddhistische Meditationstraditionen+

Meditation und Achtsamkeitspraxis stehen im Buddhismus im Zentrum. Vipassana, beispielsweise, bedeutet Einsicht“ in die Dinge, wie sie wirklich sind, und die dementsprechende Meditation versucht auf verschiedenen Wegen diese zu finden. Auch die bekannte Zen-Meditation gehört zum Buddhismus und führt – vereinfacht ausgedrückt – zum Erleben von absoluter Stille.

Christliche Meditationstechniken+

Wer hätte das gedacht? Auch die westliche, christliche Tradition hat Meditation praktiziert. Im Mittelalter gab es beispielsweise die 4 Säulen lectio (achtsames Lesen), meditatio (gegenstandsfreie Anschauung), oratio (Gebet) und contemplatio (gegenständliche Anschauung). Heute findet man beispielsweise noch das Herzensgebet, das praktisch auch auf einem Mantra und der Regulierung der Atmung beruht.

Hinduistische bzw. vedische Tradition+

Dieser Strömung haben wir die verschiedenen Richtungen des Yoga zu verdanken. Einige dieser Richtungen kennen wir aus den Yoga-Kursen, wo mit verschiedenen Asanas (also Körperstellungen) der Körper gestärkt, gereinigt und mit dem Geist verbunden wird. Andere Yoga-Bestandteile, wie Dhyana- oder Jnana-Yoga, sind eher auf geistige Übung ausgerichtet.

Yoga ist eine Form der Meditation.
Yoga ist eine Form der Meditation.

Aktive oder dynamische Meditation

Interessanterweise hat Meditation keineswegs nur etwas mit Stillsitzen zu tun. Die Einheit mit dem Körper und der Umgebung und die gleichzeitige Loslösung vom ‚Ich‘ kann auch durch bewegte Übungen gelingen.

So zum Beispiel beim Qi Gong. Diese Praxis ist eine der 5 Säulen der traditionellen chinesischen Medizin und besteht aus verschiedenen, meist fließenden Bewegungen, die die sogenannten Energietore und Meridiane so stimulieren, dass die Körperenergie Qi nicht mehr blockiert wird.

Lachmeditation nach Osho

Wenn Du morgens aufwachst, strecke jede einzelne Faser Deines Körpers, etwa drei oder vier Minuten lang. Halte dabei die Augen geschlossen und wenn einige Minuten vergangen sind, beginne zu lachen. Zu Beginn musst Du Dich vielleicht zum Lachen zwingen und findest es absurd, doch genau so ist es auch. Lach über die Absurdität der Situation.

Als aller erstes am Morgen sollte man lachen, denn das gibt den Ausschlag für den Verlauf und die Stimmung des ganzen Tages.

(Osho (142008). Das Orangene Buch: Die Osho Meditationen für das 21. Jahrhundert. Köln: Innenwelten Verlag.)

Die Augen bleiben dabei immer geschlossen. Verliere Dich komplett im Lachen. Lache über Dich selbst, über alles, was am Leben lächerlich erscheint. Lass Deine Sorgen und Frustrationen lächerlich erscheinen. Irgendwann kommst Du vielleicht an einen Punkt, wo Du Dich sozusagen beim Lachen beobachtest.

Nach ein paar Tagen wird dieses Lachen ganz natürlich werden und Du kannst den Tag mit einem ganz neuen Gefühl starten.

Zum guten Abschluss

Meditation ist um einiges vielseitiger, als man denkt und doch hat ein Großteil der Techniken denselben Effekt: Die unnütze Schwere des Alltags abwerfen und Klarheit und Einheit zu den Dingen schaffen, die essentiell sind. Besonders für Anfänger scheint es wichtig zu sein, zu wissen, dass das niemals etwas mit Zwang oder Erfolg zu tun haben darf, denn das erzeugt nur neuerlichen Ballast.

Wie auch immer Du es anstellst: Wir wünschen Dir viel Vergnügen mit Deiner gefunden inneren Mitte und Deinem Gleichgewicht.