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Behandlung | Entspannung | Schlaf

Padabhyanga: Die ayurvedische Fußmassage

Elisabeth Naschberger-Mauracher
Elisabeth Naschberger-Mauracher01.04.2025
ie Padabhyanga ist eine der wichtigsten ayurvedischen Massagetechniken und bezeichnet die Fußmassage im Ayurveda.

Die Padabhyanga ist eine der wichtigsten ayurvedischen Massagetechniken und bezeichnet die Fußmassage im Ayurveda. Es handelt sich dabei um eine äußerst wohltuende und entspannende Behandlung, bei der Füße, Beine und Knie mit pflegendem Öl sanft massiert werden. Nach einer ayurvedischen Fußmassage bist Du nicht nur tiefenentspannt, sondern hast auch besonders weiche, geschmeidige Füße! Was bei der Padabhyanga-Massage genau passiert und bei welchen Beschwerden sie besonders gut hilft, erfährst Du im folgenden Beitrag.

Wie funktioniert die Ayurveda-Fußmassage?

Die Füße (Pada) haben in der indischen Tradition einen hohen Stellenwert – denn mit ihnen stehen wir in Kontakt zur Erde. Im Ayurveda sieht man den menschlichen Körper als umgekehrten Baum: Die Wurzeln sind oben, also beim Kopf, und die Zweige (Beine und Füße) zeigen nach unten. Ebenso zeigt sich beim menschlichen Körper an den Füßen, ob er gut behandelt und genährt wurde. Deshalb hat auch die ayurvedische Fußmassage schon eine sehr lange Tradition. So heißt es bereits in der alten Ayurveda-Schrift „Charaka Samhita“:

„Indem man die Füße mit Öl oder Ghee massiert, werden Rauheit, Steifigkeit, Trockenheit, Müdigkeit und Taubheit sofort beseitigt; Zartheit, Stärke und Festigkeit der Füße werden gefördert.“ – Charaka Samhita, Sutrasthana 5, 90-92

Die Fußmassage ist im Ayurveda ein wohltuendes und vitalisierendes Ritual. Vor der Padabhyanga wird meist ein 5- bis 10-minütiges entspannendes Fußbad mit duftenden Kräutern angeboten. Die anschließende Massage wird dann im Liegen durchgeführt. Der Fokus der Behandlung liegt dabei auf den Füßen, aber es werden auch Unterschenkel, Oberschenkel und Knie mieteinbezogen.

Die Füße werden zuerst mit einem warmen Balsam aus Ghee oder ayurvedischen Ölen eingerieben. Dann beginnt der Therapeut, die Zehen mit weichen Bewegungen zu massieren, gefolgt von dem Fußrücken, der Sohle und den Waden. Als Massagetechniken kommen dabei behutsame Kreis- und Streichbewegungen zum Einsatz. Der Fußknöchel, das Fußgewölbe der Innenseite und die Ferse erhalten Kreisungen, während an Fußrücken, den Zehen und Zehenzwischenräumen Streichbewegungen ausgeführt werden. Wenn Du Dich selbst einmal in der ayurvedischen Fußmassage versuchen möchten, haben wir hier eine Anleitung für Dich.

Die wohltuende Massage sorgt für den Ausgleich des Doshas.
Die wohltuende Massage sorgt für den Ausgleich des Doshas.

Padabhyanga-Anleitung: Entspannung pur!

Für einen Moment der Entspannung im Alltag können Sie Grundtechniken der Padabhyanga-Massage auch selbst anwenden.

Dazu benötigst Du lediglich 2 Esslöffel warmes Öl (z.B. Sesamöl oder Ghee) und ein Handtuch. Setz Dich einfach bequem im Schneidersitz auf den Boden oder auf einen Stuhl und leg ein Handtuch unter die Füße. Mit etwas Öl wird dann der ganze Fuß und der Knöchel sanft eingerieben.

Nun führt man verschiedene Kreis- und Streichbewegungen am Fuß durch.

Gehe dabei folgendermaßen vor:

  • Massiere erst mit dem Daumen die Zehenzwischenräume und fahre dabei in den Zwischenräumen hin- und her.

  • Streiche dann mit dem Daumen die Sehnen am Fußrücken aus.

  • Nun umkreise mit Zeige-, Mitte und Ringfinger den Knöchel und streiche anschließend mit Daumen und Zeigefinger die Achillessehne aus.

  • Beuge alle Zehen behutsam mit beiden Händen.

  • Massiere nun auch den Vitalpunkt in der Mitte der Fußsohle im Uhrzeigersinn.

  • Die Fußinnenkante kannst Du als nächstes mit dem Daumen ellipsenförmig massieren.

  • Und abschließend streiche mit der Hand über die Fußaußenkante.

Nach der Massage folgt eine ca. einstündige Ruhephase. Packe den Fuß anschließend mit dicken Socken warm ein. Die Fußmassage kannst Du ruhig als tägliches Ritual vor dem Schlafengehen praktizieren und Dich so auf eine entspannte Nachtruhe einstellen!

Die Wirkung einer Padabhyanga-Massage

Wie alle ayurvedischen Massagen soll auch die Padabhyanga die Doshas ausgleichen und so das ganzheitliche Wohlbefinden und die Gesundheit fördern. Die Massage der Füße beruhigt vor allem das Vata-Dosha, wirkt erdend und reduziert Stress. Während der Padabhyanga setzt ein tiefer Entspannungszustand ein, der auch nach der Massage anhält.

Durch die Stimulation der Marmapunkte lösen sich Blockaden und die Lebensenergie (Prana) kann wieder freier fließen. Nach der ayurvedischen Heilkunst hat die Padabhyanga eine besonders positive Wirkung auf Lunge und Augen, da sich am Fuß Marmapunkte für diese Organe befinden.

Weitere Wirkungen der Padabhyanga sind:

  • Kräftigung und Revitalisierung des Gewebes

  • Förderung der Durchblutung

  • Energiefluss wird angeregt

  • Stärkung des Sehvermögens

  • Entspannung von Muskeln, Bändern und Gefäßen

  • besserer Schlaf

  • weiche und gepflegte Füße

  • Erholung von Körper und Geist

Wenn Du eine innere Unruhe verspürst und an Schlafstörungen leidest, dann kann Dir eine Padabhyanga helfen, wieder zu entspannen.
Wenn Du eine innere Unruhe verspürst und an Schlafstörungen leidest, dann kann Dir eine Padabhyanga helfen, wieder zu entspannen.

Die ayurvedische Fußmassage: Anwendung

Grundsätzlich ist eine Fußmassage für alle Konstitutionstypen des Ayurveda geeignet, je nach Typ kann aber die Art des Öls variieren.

  • Für Pitta-Typen wird beispielsweise Ghee, Kokosnussöl oder Sonnenblumenöl empfohlen.

  • Vata-Typen sollten Ghee, Sesamöl oder Olivenöl verwenden.

  • Kapha-Typen sind mit Ghee, Sesamöl oder Jojoba-Öl gut beraten.

Generell profitieren speziell Vata-Typen stark von einer Fußmassage, da diese sehr gut gegen Vata-Störungen wie Stress, Erschöpfung und Nervosität wirkt.

Die Anwendungsgebiete der Padabhyanga im Überblick:

  • innere Unruhe

  • Schlafstörungen

  • Kopfschmerzen

  • Entspannungsschwierigkeiten

  • Burn-Out-Symptome

  • Lymphstauungen

  • Wadenkrämpfe

  • Schwellungen an den Füßen

  • Schmerztherapie

  • trockene und rissige Füße

  • Sehschwierigkeiten

Wann darf die Fußmassage nicht durchgeführt werden?

Grundsätzlich ist die Padabhyanga eine sehr schonende Behandlung, die für fast alle Personen geeignet ist. Bei Fußverletzungen, akuten Thrombosen, Venenentzündungen oder offenen Wunden sollte man aber von einer ayurvedischen Fußmassage absehen. Ebenso solltest Du bei Hauterkrankungen wie Ekzemen oder fiebrigen Erkrankungen lieber darauf verzichten.

Die Marmapunkte: Welche gibt es und wo liegen sie?

Eine wichtige Rolle bei der Padabhyanga spielen auch die Vitalpunkte, die sich auf Füßen und Beinen befinden. Nach ayurvedischer Lehre besitzen diese sogenannten Marmapunkte nämlich eine feinstoffliche Verbindung zu den Körperorganen. Die Stimulation der Marmapunkte stärkt und vitalisiert die entsprechenden Organe.

Die Marmapunkte sind die Kreuzpunkte der Energiekanäle (Nadis), durch die unsere Lebensenergie (Prana) fließt. Es gibt insgesamt 108 dieser Vitalpunkte, die am ganzen Körper verteilt sind. Einer der wichtigsten Marmapunkte liegt zum Beispiel zwischen den Augenbrauen, ein weiterer auf dem Brustbein. Die Blockade der Marmapunkte verursacht Stauungen und Stress. Stimuliert und massiert man die Punkte aber, wirkt sich dies erleichternd, stresslösend und belebend aus. Da die Punkte mit jeweils spezifischen Organen in Verbindung stehen, kann eine Marma-Massage gezielt unterschiedliche Beschwerden lindern.

An Füßen und Beinen befinden sich unter anderem folgende Marmapunkte:

  • an der Fußwurzel: „Kurcha“ – wirkt sich auf die Sehkraft aus

  • Mitte der Fußsohle: „Talahridaya“ – beeinflusst die Herz-Lungen-Funktion

  • oberhalb des Kniegelenks: „Ani“ – fördert die Muskelentspannung

  • Fußgelenk: „Indravasti“ – harmonisiert die Verdauungsorgane

  • an den Oberschenkeln: „Urvi“ – zuständig für die Bauchspeicheldrüse

  • im Kniegelenk: „Janu“ – in Verbindung mit Milz und Leber

Padabhyanga mit der Kaash-Schale

Eine besondere Variante der Padabhyanga ist die Fußmassage mit der sogenannten „Kaash-Schale“. Das Wort „Kaash“ bezeichnet die spezielle Legierung (hauptsächlich Kupfer und Zinn), aus der diese traditionellen Schalen hergestellt sind. Die Fußmassage wird dabei mit der runden Seite der Kaash-Schale durchgeführt.

Das funktioniert so: Vor der Massage wird die Schale leicht erwärmt und mit Öl oder Ghee eingerieben. Dann bewegt der Masseur oder die Masseurin die Schale in kreisförmigen und streichenden Bewegungen über die verschiedenen Zonen des Fußes. Der Kaash-Massage mit Kräuterghee wird eine harmonisierende Wirkung auf das Pitta-Dosha zugeschrieben.

Egal ob mit Kaash-Schale oder nur mit Öl: nach einer ayurvedischen Fußmassage bist Du vollkommen gelöst und Deine Füße sind angenehm gepflegt. Die Padabhyanga eignet sich als abendliches Ritual für tiefen, erholsamen Schlaf oder entspannende Wellness-Behandlung beim professionellen Ayurveda-Masseur. Gönn Dir und Deinen Füßen doch einmal eine Auszeit vom Alltag – diese haben es sich redlich verdient!


Titelbild: © Rido – stock.adobe.com

Die Abhyanga Massage ist eine bekannte Ganzkörperölmassage aus dem Ayurveda.

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Neben Ernährung und Yoga gehören auch Massagen zur ayurvedischen Gesundheitslehre. Die Abhyanga Massage ist eine der wohltuendsten und effektivsten Behandlungsformen. Aus dem Alt-Indischen übersetzt bedeutet Abhyanga so viel wie »große Einölung mit liebenden Händen«.

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Ayurveda Massagen wirken positiv auf die Gesundheit und werden daher vor allem zur medizinischen Anwendung eingesetzt. Nebenbei gibt es natürlich auch einen Wohlfühleffekt. Je nach individueller Anpassung, kann eine Ayurveda Massage entspannend, oder auch belebend und kräftigend sein – oder alles zusammen. Durch die typgerechte Behandlung sind Ayurveda Massagen gut für einen gesunden Körper und Geist. Hier gibt es alle wichtigen Arten auf einen Blick.

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